Wie es funktioniert
Der R-Wert ist der Wärmedurchgangswiderstand eines Materials oder Bauteils — höher heißt besser gedämmt. Der R-Wert einer kompletten Wand, eines Dachs oder Bodens ist die Summe der R-Werte aller Schichten in Reihe, von innen nach außen. Die Mathematik ist wirklich einfach: R_gesamt = R₁ + R₂ + ... + Rₙ. Die Komplikationen sind die R-pro-Zoll-Werte der jeweiligen Materialien (variiert je Produkt in einer Kategorie) und das Vergessen kleiner Schichten — Trockenbau, Beplankung, Außenverkleidung, sogar Luftfilme —, die sich zu einem relevanten Beitrag aufsummieren.
Übliche R-pro-Zoll-Werte im Wohnbau. Glaswolle-Batts: R-3,1 bis R-3,4 pro Zoll (R-13 Standard für 2×4-Wand, R-19 oder R-21 für 2×6-Wand). Mineralwolle-Batts: R-3,7 bis R-4,2 pro Zoll — etwas höher als Glaswolle, zunehmend beliebt wegen Brand- und Akustikverhalten. Eingeblasene Zellulose: R-3,6 pro Zoll, üblich auf Speicherböden. Offenzellschaum: R-3,5 bis R-3,7 pro Zoll, dehnt sich aus und füllt Hohlräume. Geschlossenzellschaum: R-6 bis R-7 pro Zoll, der höchste übliche R pro Zoll, wirkt zusätzlich als Dampfsperre. Hartschaumplatten reichen von R-3,8 (EPS) bis R-6,5 (Polyiso) pro Zoll, eingesetzt als durchgängige Außendämmung außerhalb der Tragschicht.
Drei praktische Hinweise. (1) Wärmebrücken zählen in realen Wänden. Die Ständer einer 2×4-Wand sind Holz mit ~R-1 pro Zoll, der Ständer (R-3,5) dämmt also viel schlechter als die Hohlraumdämmung (R-13 Glaswolle). Etwa 25 % der Wandfläche sind Ständer in Standardbauweise, also liegt der „effektive" R-Wert des Bauteils bei ~75 % des reinen Hohlraumwerts. Der Rechner gibt die einfache Summe (Klarwand-R, ohne Wärmebrücken); 15-25 % abziehen für einen realistischen Gesamt-R-Wert, abhängig von Ständerabstand und Eck-/Sturzdetails. Durchgängige Außendämmung (Hartschaum außen) umgeht Wärmebrücken vollständig. (2) Klimazonen-Codes legen Mindest-R-Werte fest. US IRC Zonen 5-7 (NE/Midwest/Berg) verlangen typisch R-20 Wände und R-49 Speicherböden. Zone 3 (US-Süden) verlangt R-13 Wände und R-30 Speicherböden. EU-Codes sind variabler und geben oft U-Werte vor; ein Passivhaus-Standard will U ≤ 0,15 W/m²·K, entspricht RSI ≥ 6,7 oder Imperial-R ≥ 38. Lokale Bauvorschrift für die echte Mindestanforderung prüfen — drüberzulegen lohnt sich angesichts der Energiepreise meist. (3) R ist Wärmeleitung im stationären Zustand; reale Wärmeverluste umfassen Luftleckage, Strahlung durch Fenster, Wärmebrücken an Stößen und feuchteinduzierte Verluste. R erfasst nichts davon. Erst luftdicht, dann dämmen bringt deutlich mehr als die letzten R-3 Dämmung.
Die Formel
Jede Zeile im Rechner ist eine Schicht; Material und Stärke wählen, der Rechner berechnet den R-Wert der Schicht aus dem Pro-Zoll-Wert. Verwendete R-pro-Zoll-Werte: Glaswolle-Batt 3,2, Mineralwolle 3,9, Zellulose 3,6, Offenzellschaum 3,6, Geschlossenzellschaum 6,5, EPS 3,8, XPS 5,0, Polyiso 6,0, Sperrholz 1,25, Holzständer 1,0. Trockenbau (12,5 mm) und ein ruhender Luftfilm sind feste R-Beiträge. Das Ergebnis ist der „Klarwand"-R-Wert — für einen Gesamt-Wand-R inkl. Wärmebrücken an Ständern mit ~0,75 multiplizieren bei typischer 2×4/2×6-Bauweise.
Beispielrechnung
- 2×4-Wand: 12,5 mm Trockenbau + R-13 Glaswolle-Batt (3,5") + 12,5 mm Sperrholz + ruhender Luftfilm.
- Schichten: 0,45 + 13 + 0,625 + 0,68 = R-14,76 Klarwand-R-Gesamt.
- U-Wert = 1 / 14,76 ≈ 0,068 BTU/h·ft²·°F. RSI = 14,76 / 5,678 ≈ 2,60 m²·K/W.
- Mit ~25 % Wärmebrücken an Ständern: effektiver Gesamt-Wand-R ≈ 14,76 × 0,75 ≈ R-11. Unter modernen Vorschriften in kalten Klimas.
Häufig gestellte Fragen
Wie rechne ich Imperial-R und metrisches RSI um?
Imperial-R durch 5,678 teilen ergibt RSI (m²·K/W); RSI mal 5,678 ergibt Imperial-R. Schnellreferenz: Imperial R-13 ≈ RSI 2,29, R-19 ≈ 3,35, R-30 ≈ 5,28, R-49 ≈ 8,63. Gerundet: Imperial-R ≈ RSI × 5,7. Der Faktor stammt aus der Einheitenumrechnung zwischen BTU/h·ft²·°F und W/m²·K. Beide Zahlen sind physikalisch äquivalent — sie beschreiben dieselbe Dämmung in unterschiedlichen Einheitensystemen. Der Rechner zeigt beide nebeneinander, damit Sie nicht im Kopf umrechnen müssen.
Welchen R-Wert brauche ich wirklich?
Hängt von Klima und Vorschrift ab. US-IECC/IRC: Mindest-R nach Zone — Zone 1 (Südflorida, Hawaii) R-13 Wand, R-30 Speicherboden; Zone 4 (Mid-Atlantic, Mid-South) R-13 Wand, R-49 Speicherboden; Zone 5 (NE, MW) R-20 Wand, R-60 Speicherboden; Zonen 6-8 (Kalt/Alaska) R-21 bis R-30 Wand, R-60+ Speicherboden. Deutsche EnEV/GEG arbeitet mit U-Werten; aktuelle Anforderungen für Neubau-Außenwand U ≤ 0,28 W/(m²·K) (≈ RSI 3,6, R-20), oft strengere Programme der Förderbanken/KfW. Passivhaus-Standard zielt auf U ≤ 0,15 (RSI 6,7, R-38). Es sind Mindestwerte; in kalten Klimas mit hohen Energiepreisen amortisiert sich 50-100 % über Vorschrift meist in 5-10 Jahren über Heiz-/Kühlkosten. Der Rechner stellt Ihren Aufbau gegenüber typischen Klimazonen-Benchmarks dar.
Warum entspricht der Hohlraum-R nicht dem Wand-R?
Wegen Wärmebrücken durch die Ständer (oder Sparren beim Dach, Balken beim Boden). Die Ständer einer Holzrahmenwand leiten Wärme viel schneller als die Dämmung dazwischen — Holz hat ~R-1 pro Zoll, Glaswolle-Batts R-3,2 pro Zoll. Bei 40-cm-Achsmaß der Ständer und 9 cm tiefen Hohlräumen sind ~25 % der Wandfläche Ständer mit R-3,5 und der Rest Dämmung mit R-13. Als parallele Pfade kombiniert ergibt sich ein effektiver R von etwa R-10 bis R-11 — deutlich weniger als der reine Hohlraum-R-13. Deshalb ist „durchgängige Außendämmung" (Hartschaum vor den Ständern) im konformen Neubau in kalten Klimas Standard: sie überspringt die Wärmebrücke und addiert sich seriell zum Hohlraum-R. Die einfache Summe des Rechners ist der Hohlraum-R; mit ~0,75 multiplizieren für einen realistischen Gesamt-Wand-effektiven-R bei üblicher Holzbauweise.