Mehrwertsteuer-Rechner

Mehrwertsteuer aufschlagen oder herausrechnen — Netto, MwSt-Betrag und Brutto auf einen Blick.

Wie es funktioniert

Die Mehrwertsteuer (MwSt) ist die Verbrauchssteuer, die in den meisten Ländern außerhalb der USA verwendet wird. Die Mathematik ist eine einfache Multiplikation: Bei einem Nettopreis N und einem MwSt-Satz r ergibt sich der Bruttopreis als N × (1 + r). Andersherum — die MwSt aus einem Bruttopreis herausrechnen — wird geteilt: N = Brutto / (1 + r). Der MwSt-Betrag ist die Differenz. Der Rechner kann beide Richtungen und bietet Voreinstellungen je Land oder einen frei wählbaren Satz. Sätze und ermäßigte Bänder unterscheiden sich stark von Land zu Land. Standard-Sätze 2026: Deutschland 19 %, Österreich 20 %, Vereinigtes Königreich 20 %, Frankreich 20 %, Spanien 21 %, Italien 22 %, Niederlande 21 %, Schweden 25 %, Ungarn 27 % (höchster EU-Satz), Schweiz 8,1 %. Die meisten EU-Länder haben zusätzlich ein oder zwei ermäßigte Sätze für Lebensmittel, Bücher, Beherbergung und Arzneimittel — Deutschland kennt einen einzigen ermäßigten Satz von 7 %, Spanien 10 % und 4 %, Frankreich 10 % / 5,5 % / 2,1 %. Außerhalb Europas: Japan nutzt 消費税 mit 10 % Standard / 8 % auf Lebensmittel und Zeitungen, Australien GST 10 %, Kanada GST 5 % föderal plus Provinzabgaben in den meisten Provinzen. Die USA haben keine föderale MwSt — Sales Taxes sind einzelstaatlich und lokal zwischen 0 % und ~10 %, und werden nur dem Endverbraucher in Rechnung gestellt. Drei praktische Hinweise. (1) Ob ausgewiesene Preise netto oder brutto sind, hängt von Land und Kontext ab. In Deutschland und im Großteil Kontinentaleuropas sind Endkundenpreise brutto; B2B-Rechnungen weisen den Nettobetrag mit gesonderter MwSt aus. In den USA sind Regalpreise vor Steuer. (2) Mischt ein Einkauf verschiedene MwSt-Bänder (Lebensmittel 7 %, Zeitschrift 19 %), darf nicht gemittelt werden — jede Position muss separat berechnet werden. (3) Das Reverse-Charge-Verfahren bei B2B-Transaktionen innerhalb der EU verlagert die MwSt-Schuld auf den Käufer; der Rechner bildet das nicht ab — nutzen Sie ihn nur für die reine Arithmetik.

Die Formel

Netto + MwSt: brutto = netto × (1 + Satz / 100) Brutto − MwSt: netto = brutto / (1 + Satz / 100) MwSt-Betrag: mwst = brutto − netto

Der Satz ist der MwSt-Prozentsatz (z. B. 19 für 19 %, nicht 0,19). Der Schalter über dem Ergebnis wechselt zwischen „eingegebener Betrag ist Netto" und „eingegebener Betrag ist Brutto". Übliche Standard-Sätze 2026 nach Land sind als Schnellauswahl voreingestellt; auf eine Flagge tippen, um den jeweiligen Landessatz zu laden.

Beispielrechnung

  • Nettopreis 100 €, MwSt 19 % (Standard Deutschland).
  • MwSt-Betrag: 100 € × 0,19 = 19 €
  • Bruttopreis: 100 € + 19 € = 119 €
  • Andersherum — MwSt aus 119 € Brutto herausrechnen: 119 € / 1,19 = 100 € Netto, 19 € MwSt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MwSt, GST und Sales Tax?

MwSt (Mehrwertsteuer) und GST (Goods and Services Tax) sind im Grunde dasselbe Instrument — eine mehrstufige Steuer, die an jeder Stufe der Lieferkette erhoben wird, wobei Unternehmen die auf Vorleistungen gezahlte MwSt als Vorsteuer geltend machen. Der Name unterscheidet sich je nach Land (Australien, Kanada, Indien, Singapur nutzen „GST"; die EU, das Vereinigte Königreich, Japan und die meisten anderen nutzen „MwSt"/„VAT" bzw. die jeweilige Landesbezeichnung), die Mechanik ist aber identisch. Sales Tax (USA und historisch einige andere) ist einstufig — nur der Endverbraucher zahlt, und es gibt keinen Vorsteuerabzug. Aus Verbrauchersicht ist das Erlebnis ähnlich; aus Unternehmenssicht ist die Buchführung sehr unterschiedlich.

Warum liegt der EU-Mindest-MwSt-Satz bei 15 %?

EU-Mitgliedstaaten sind durch die Richtlinie 2006/112/EG (MwSt-Systemrichtlinie) an einen Mindest-Standardsatz von 15 % gebunden — höher geht, niedriger nicht. Die Richtlinie schränkt zudem ermäßigte Sätze ein (nur für spezifische Kategorien, meist mit Mindestsatz 5 %). Ungarn führt die EU mit 27 %; Luxemburg lag historisch am niedrigsten, bei 16 % und später 17 %. Die Schweiz liegt bei 8,1 %, ist aber nicht in der EU. Hintergrund der Richtlinie: einen Unterbietungswettlauf zwischen Mitgliedstaaten verhindern, der den Binnenmarkt insbesondere im grenzüberschreitenden Online-Handel verzerren würde.

Wie berechne ich den Nettopreis aus dem Bruttopreis?

Durch 1 plus den Satz als Dezimalzahl teilen, NICHT durch den Satz. 119 € Brutto bei 19 % MwSt: 119 € ÷ 1,19 = 100 € Netto; die 19 € Differenz sind die MwSt. Der intuitive Fehler ist, 19 % von 119 € abzuziehen (= 96,39 €) — das ist ein Rabatt, kein MwSt-Abzug. Schalten Sie im Rechner auf „Betrag ist Brutto", dann erledigt er die Division.

Haben die USA so etwas wie MwSt?

Nein — die USA sind die einzige große Volkswirtschaft ohne föderale MwSt oder GST. Sales Taxes existieren, sind aber bundesstaatlich (oft kombiniert mit lokalen Aufschlägen), einstufig und werden nur beim Endverkauf erhoben. Für Verbraucher: US-Preisschilder sind immer netto, die Sales Tax wird an der Kasse aufgeschlagen, und der Satz schwankt von 0 % (Oregon, New Hampshire, Montana, Delaware, Alaska — Alaska erlaubt jedoch lokale Sales Taxes) bis etwa 10 % in Tennessee oder Kalifornien. Eine bundesweite MwSt wurde in den USA wiederholt diskutiert (vor allem in den Haushaltsreformen der 1980er Jahre und erneut in den 2010ern), bleibt aber politisch chancenlos. Für Reisende, die Bruttopreise gewohnt sind, ist das „was am Regal steht, ist nicht der Endpreis" der verblüffendste Aspekt des US-Shoppings.

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