Wie es funktioniert
Stempeln rein / stempeln raus zählt zu den fehleranfälligsten Alltagsrechnungen, weil Uhrzeit-Arithmetik anders funktioniert als Dezimalrechnen. 7:45 + 45 min ergibt 8:30, nicht 8:90. Mitternacht zu queren lässt die simple „Ende − Start"-Subtraktion entgleisen (eine Schicht 22:00–06:00 sind 8 h, nicht −16 h). Und die Lohnabrechnung will Dezimalstunden (7,5), nicht das Doppelpunkt-Format, in dem Sie tatsächlich gearbeitet haben (7:30). Der Rechner deckt alle drei Fälle ab: Er rechnet beide Eingaben in Minuten seit 00:00 um, subtrahiert, schiebt bei Bedarf ins Positive (oder wenn Sie „nächster Tag" anhaken), zieht Ihre unbezahlte Pause ab und liefert das Ergebnis sowohl in h:mm zur schnellen Plausibilitätsprüfung als auch in Dezimalstunden für die Lohntabelle. Die Pause ist das, was am häufigsten übersehen wird — in vielen Rechtsräumen gelten unbezahlte Pausen ohne expliziten Abzug als Arbeitszeit.
Die Formel
startStd, startMin, endStd, endMin — aus den beiden HH:MM-Eingaben im 24-Stunden-Format. unbezahltePause in Minuten, Standard 0. Der Umbruch über 24 × 60 = 1440 Minuten macht Nachtschichten möglich; er greift, sobald die direkte Subtraktion negativ wird, plus einer expliziten „nächster Tag"-Umschaltung für Fälle, in denen man den Umbruch unabhängig haben will (z. B. ein 24-h-Bereitschaftsdienst, der um 09:00 beginnt und endet).
Beispielrechnung
- Start: 09:00. Ende: 17:30. Pause: 30 min.
- Verstrichen = 17:30 − 09:00 = 8 h 30 min = 510 min.
- Gearbeitet = 510 − 30 = 480 min = 8:00 = 8,00 h dezimal.
- Nachtbeispiel: 22:00 → 06:00, ohne Pause. Roh = −16 h, mit +24 h = 8 h.
Häufig gestellte Fragen
Warum will die Lohnabrechnung Dezimalstunden statt h:mm?
Weil Stundenlohn eine Multiplikation ist: Stunden × Stundensatz. Tabellenkalkulationen und Lohnsysteme können 7:30 nicht direkt mit einem Stundensatz multiplizieren, sie müssen es erst umrechnen. 7:30 im Uhrformat sind 7 Stunden und 30 Minuten — und 30 Minuten sind eine halbe Stunde, dezimal also 7,5. Mit 20 €/h ergibt das 150 €. Wer naiv 7,30 × 20 rechnet, kommt auf 146 € — 4 € zu wenig. Der Stolperstein: Minuten sind im 60er-System, Geld im 10er-System; Dezimalstunden überbrücken das.
Ich hatte eine Schicht über Mitternacht — muss ich die Box trotzdem ankreuzen?
Meist nein — liegt die Endzeit vor der Startzeit, nimmt der Rechner an, dass Sie Mitternacht gequert haben, und addiert automatisch 24 h (22:00 → 06:00 funktioniert direkt). Der Schalter ist für den Sonderfall, dass die Endzeit später (oder gleich) der Startzeit ist, Sie aber trotzdem +24 h wollen: ein 24-h-Bereitschaftsdienst von 09:00 bis 09:00 ist genau das. Ohne Häkchen liest der Rechner sonst eine Schicht von null Minuten.
Kann ich mehrere Pausen eintragen?
Addieren und die Summe eintragen. Bei 30 min Mittag plus zwei Kaffeepausen à 15 min: 60 eintragen. Die meisten Arbeitgeber rechnen nur unbezahlte Pausen gegen — bezahlte 5-Minuten-Pausen werden nicht abgezogen. Variieren die Pausen täglich stark, lohnt sich eine eigene Spalte im Stundenzettel statt einer einzigen Summe.
Wie runde ich für die Abrechnung auf Viertelstunden?
Den Dezimalstundenwert nehmen und auf das nächste 0,25 runden (bzw. 0,1 für Zehntelstunden). 7,45 h → 7,50; 7,55 h → 7,50 beim kaufmännischen Runden bzw. 7,75 wenn der Vertrag immer aufrunden vorschreibt. Achtung: Rechtsräume und Verträge unterscheiden sich — Abrunden, kaufmännisch, oder „aufrunden ab 7 min" sind alles gängige Varianten. h:mm und Dezimal nicht in einer Rechnung mischen; erst in Dezimal wandeln, dann runden. Der Rechner zeigt beide Formen, damit Sie sehen, wovon Sie runden.