Inflationsrechner

Verstehen Sie, wie sich die Kaufkraft im Laufe der Zeit verändert.

Wie es funktioniert

Inflation wirkt durch Zinseszinseffekt — kleine Jahresraten addieren sich über Jahrzehnte zu großen Lücken. Dieser Rechner nimmt einen Ausgangsbetrag, ein Startjahr, ein Endjahr und eine angenommene Jahresinflation und berechnet den Gegenwert (was dieselbe Kaufkraft zum späteren Datum kostet), die kumulierte Inflation der Periode und den anteiligen Kaufkraftverlust aus Sicht des Startjahres. Praktisch zum Vergleich historischer Preise, Festlegen realer Rentenziele oder Einordnen eines Gehalts gegenüber Werten von vor einem Jahrzehnt.

Die Formel

Gegenwert = Start × (1 + r)ⁿ Kumulierte Inflation = (Gegenwert − Start) / Start Kaufkraftverlust = 1 − Start / Gegenwert

r = jährliche Inflationsrate als Dezimalzahl. n = Endjahr − Startjahr. Die kumulierte Inflation wächst parallel zum Gegenwert (50 % Inflation = Preise mit 1,5 multipliziert). Der Kaufkraftverlust ist die Gegenperspektive: Bei 50 % kumulierter Inflation kauft 1 € aus dem Startjahr nur noch ~67 %, also 33 % weniger. Hinweis: Modell mit konstanter Rate — für reale historische Zeiträume schwankt die Inflation jährlich, daher für genaue Vergleiche eine veröffentlichte VPI-Reihe nutzen.

Beispielrechnung

  • 1.000 € in 2005, bis 2024 — rund 20 Jahre mit typischer Jahresinflation von 3 %.
  • Gegenwert: 1.000 × 1,03¹⁹ ≈ 1.754 € — was Sie heute brauchen, um die Kaufkraft von 2005 zu erreichen.
  • Kumulierte Inflation ≈ 75 %. Kaufkraftverlust ≈ 43 % — Ihr Euro von 2005 entspricht 2024 noch etwa 57 Cent.

Häufig gestellte Fragen

Welche Inflationsrate soll ich verwenden?

Langfristdurchschnitte je Region: ~2,5–3 % USA, ~1,5–2 % Eurozone (mit Spitze 2022/23 bei 8–10 %), ~0,5–1 % Japan in den letzten 30 Jahren. Für Prognosen sind die Notenbankziele ein guter Anker: 2 % für Fed und EZB, ~2 % für die BoJ seit 2013. Für historische Vergleiche besser den tatsächlichen VPI des jeweiligen Landes und Zeitraums nutzen — Modelle mit konstanter Rate driften über lange Zeiträume deutlich ab.

Warum ist der Kaufkraftverlust geringer als die kumulierte Inflation?

Unterschiedliche Bezugspunkte. Die kumulierte Inflation fragt: „Wie viel sind die Preise gestiegen?" (50 % = Preise ×1,5). Der Kaufkraftverlust fragt: „Wie viel weniger kann mein alter Euro kaufen?". Das sind nicht zueinander reziprok: 50 % mehr Preis bedeutet 1/1,5 ≈ 67 %, also −33 %, nicht −50 %. Beide Werte stimmen — sie beantworten unterschiedliche Fragen.

Soll ich die Inflation von meinen Anlagerenditen abziehen?

Für eine reale Planung ja. 7 % Nominalrendite bei 3 % Inflation sind 4 % real — das ist die Rate, mit der Ihre Kaufkraft tatsächlich wächst. Bei langen Horizonten (Rente, große Sparziele) zählt die Realrendite mehr als die Nominalrendite. Faustregel: Inflation vom Renditesatz abziehen, wenn Sie Anlagen vergleichen oder ein Sparziel über 20+ Jahre planen.

Warum eine feste Rate statt echter VPI-Daten?

Feste Raten funktionieren ohne externe Datenquelle — der Rechner läuft komplett im Browser, ohne API-Calls. Echte VPI-Daten bringen zusätzliche Komplexität und variieren je nach Land und Reihe (verkettet vs. unverkettet, Gesamt vs. Kern). Für ungefähre Planung reicht eine konstante Rate basierend auf dem Notenbankziel. Eine VPI-gestützte Suche für USA, Eurozone und UK könnte später folgen, wenn Bedarf besteht.

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